Philip Bartels


Regisseur, Theatermusiker, Komponist

„Bartels zeigt wenig Respekt vor Libretto und Partitur. Gnadenlos streicht er Dialoge oder wandelt sie in Rezitative um. Er schreckt nicht einmal davor zurück, Perkussionsinstrumente hinzuzufügen. Was Puristen die Nackenhaare aufstellen lässt, ist im Ergebnis eine erfrischende, transparente, klangschöne Kammermusik“
Opernnetz, 18.8.2016

Klassiktipp der Woche: Philip Bartels – Pornokunst
Tagesanzeiger, 15.10.2015

„Dass Schönberg nicht nur ein genialer Theoretiker, sondern auch ein praktischer Querdenker und ein origineller Musikant war, das wurde am Sonntag im Theater Rigiblick offenbar. In der schlichten und sinnfälligen szenischen Einrichtung von Philip Bartels kam es so zu raffinierten Überlappungen und wirkungsvollen Zusammenstössen. […] Insgesamt eine hintergründig amüsante Produktion von hohem künstlerischem Format.“
Der Landbote, 24.6.2014

„Die Produktion bewegt sich genüsslich dahin, wo sie hingehört: ins Grenzgebiet zwischen Sprache, Geräusch und Musik. Dabei muss manch bekannte Melodie für eine Vertonung von Jandl-Texten herhalten, von Bach über Schubert, Satie und das Beresinalied bis zu Daniel Fueter und anderen zeitgenössischen Komponisten. Die Schauspieler […] sind eine Wucht. Und zugleich fügt sich ihr Spiel harmonisch ins Ganze. Die Nummern fliessen ineinander über, als Übergänge dienen Assoziationen verschiedenster Natur. Die Stunde ist rasch um.“
Neue Zürcher Zeitung 23.5.2014

Wenn Kunst auf Wissenschaft trifft, ergibt sich im Falle des szenischen Konzertes des Ensembles TaG vom Sonntag ein vielschichtiger und spannender Abend, der das Verständnis für die jeweils andere Disziplin erhöht. Ausgehend vom Buch «Elefanten im All» des Astrophysikers Ben Moore, präsentierten der Regisseur Philip Bartels und die Pianistin Simone Keller einen thematischen Abend. Der Schauspieler Raphael Clamer schlüpfte äusserst überzeugend in die ernste Rolle des Wissenschaftlers und las nicht nur die trockenen Laudationes auf den Mathematiker Bierlein und den Mäzen Manfred Lautenschläger, womit er für viel Amüsement auf Seiten des zahlreich erschienenen Publikums sorgte. […] Und als Höhepunkt gab er zuletzt Georg Kreislers tiefsinniges «Lied von der Wirklichkeit» (1975) zum Besten. Dieses brachte den vielschichtigen Abend zu einem gelungenen Abschluss.“
Der Landbote 3.3.2014

„Die Premiere von «Le Docteur Miracle» bot ein Operetten-Spektakel erster Güte.“
Zofinger Tagblatt 28.10.2013

„Für die musikalischen Arrangements und die szenische Einrichtung zeichnet Philip Bartels verantwortlich. […] Einen ästhetischen Genuss der eigenen Art boten die musikalischen Arrangements. Wagners Wesendonck-Lied «Im Treibhaus» etwa erschien nicht als klavierbegleiteter Gesang, sondern als Instrumentalquintett. Die Geigerinnen Yuka Tsuboi und Sarah Kilchenmann, der Bratschist Hugo Bollschweiler, der Cellist Julien Kilchenmann und die Pianistin Simone Keller – sie manchmal am Flügel, manchmal am Harmonium –, aber auch die Sopranistin und der Bariton bewegten sich in diesen Bearbeitungen auf einem schmalen Grat zwischen Ernst und Ironie, was der Produktion einen erfrischenden Charakter verlieh. Und beim «Siegfried»-Idyll durfte sogar eine Prise Kitsch dabei sein.“
Neue Zürcher Zeitung 25.6.2013

„…da wird klar, dass dieses Musical keine Hochglanz-Imitation sein will, sondern ein durch und durch Luzernerisches Eigengewächs. Und das auf eindrücklich hohem Niveau.“
Neue Luzerner Zeitung 26.5.2013

„Oft empfindet man Stücke wie «Die Macht der Gewohnheit» als Vehikel für einen Monomanen-Darsteller (oder, je nachdem, für einen monomanen Darsteller). Philip Bartels hat in seiner St. Galler Inszenierung das Ensemblespiel in den Vordergrund gerückt. Wohl spielt Caribaldis Cello die erste Geige, aber die unauffällige, dennoch sehr gut spürbare Rhythmisierung der Repliken und die Einrichtung einer mimischen Partitur für alle Darsteller erzeugen eine formale Harmonie, die auch Konsequenzen für den Inhalt hat: Caribaldis Truppe tut nur so, als würde sie beim Proben scheitern. In der Tat spielt sie die sadomasochistische Session mit ihrem Ineinandergreifen von Tyrannei und Sabotage in höchster Perfektion und mit grösster Bewusstheit.“ […]
„Es mag sein, dass Bartels als ausgebildeter Bühnenmusiker einen besonderen Zugang zu den musikalischen Seiten von Bernhards Stück hat. Diese St. Galler Produktion jedenfalls wirkt wie ein durchkomponiertes Meisterwerk.“
Neue Zürcher Zeitung 26.2.2010

„Beim Spielen am Brunnenrand geht die Kugel verloren. «Tubeli, das git Lämpe!», grölen ihre Rivalinnen. Schon diese ersten Bilder der Inszenierung von Gastregisseur Philip Bartels am Theater Biel Solothurn zeigen: Von einer braven oder gar betulichen Bühnenadaption des Grimm-Märchens «Der Froschkönig» ist all dies ziemlich weit entfernt.“ […] „Eine derart abenteuerliche Spielanlage könnte zu überzogenen Regiemätzchen auch im Vertrauen auf eine leistungsfähige Bühnenmaschinerie verleiten. Bartels hat dieser Versuchung widerstanden. Seine geradlinige Schweizer Erstaufführung hat auch so unverbrauchten Drive und Schmiss genug.“
Solothurner Zeitung 2.12.2009

„Bartels Regie bürgt denn auch für eine fraglos familientaugliche Stadttheaterproduktion, selbst wenn die Klein(st)en ab 6 Jahren zumindest auf Sprachebene wohl kaum allen Anspielungen und Nuancen der Inszenierung folgen können.“
Aargauer Zeitung 2.12.2009

„Mitten in einer Theaterwelt, die selbstironischen Stillstand und Zerfaserung aller kritischen Energien zu ehernen Modediktaten erhebt, hat das junge Ensemble dem komödiantischen Furor eines grandiosen Stücks freie Bahn geschaffen. Weit entfernt von innerlichem Strammstehen vor der Autorität des Klassikers wird ordentlich auf den Putz gehauen. Was dabei herauskommt, ist körperbetontes, knisterndes Spiel ohne billigen Klamauk.“

„Eingestreute Songs, vom Kammerorchester auf der Bühne begleitet, machen das Stück nicht zur gefälligen Revue, sondern setzen artistische und sarkastische Glanzlichter. Die Aufführung auf der leeren Bühne lebt von Aktion, Text und Musik. Und wie sie lebt! Alle Register des komischen Faches kommen zum Zug.“ […]
„Inszenierung und Musik sind so frech und treffend, dass Molière seine helle Freude daran hätte.“
Ref. Presse 2.5.2008

„Schweizerdeutsch als Bühnensprache, jenseits von Schwank und Märchenseligkeit – das ist es, was den jungen Regisseur interessiert […] er hat – wohl weil er wie der Autor Sohn eines Dorfpfarrers ist – eine Affinität zu dessen Figuren: Es sind allesamt so genannte «einfache Leute», die in ihrer bodenlosen Kompliziertheit den nicht einfachen in nichts nachstehen.“
Tagesanzeiger 7.2.2008

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